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2009/2010

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2009/2010 | Kassel Huskies
Erfolge
Erfolge
Mannschaftsrekorde
Heim-Bilanz 13-2-3-10
Auswärts-Bilanz 3-0-1-24
Gesamt-Bilanz 16-2-4-34
Erzielte Tore 151
Gegentore 213
Höchster Sieg 7:2 vs. Straubing
Höchste Niederlage 1:8 vs. Frankfurt
Mannschafts-Informationen
Manager Rainer Lippe
Trainer Stéphane Richer
Co-Trainer Fabian Dahlem
Kapitän Hugo Boisvert
A-Kapitäne Ryan Kraft / Manuel Klinge
Spielstätte Eissporthalle Kassel
Zuschauerschnitt Ø 3353
Spieler-Rekorde
Tore Derek Damon (24)
Assists Josh Soares (40)
Punkte Josh Soares (56)
Strafminuten Pierre-Luc Sleigher (178)
Plus-Minus Jean-Philippe Côté (-4)
Gegentorschnitt Adam Hauser (3.65)
Shutouts Adam Hauser (1)

Spielerindex

Personelle Veränderungen

Zu- und Abgänge
Torhüter
Zugang.png Stephen Ritter Abgang.png Boris Rousson*
Abgang.png Sebastian Elwing*
Abgang.png Sebastian Staudt
Abgang.png Nolan MacDonald
Verteidiger
Zugang.png Sébastien Bisaillon Abgang.png Drew Bannister
Zugang.png David Danner Abgang.png Brad Burym
Zugang.png Derek Dinger Abgang.png Ryan Gaucher
Zugang.png Trevor Johnson Abgang.png Semen Glusanok
Zugang.png René Kramer Abgang.png Mike Pellegrims
Zugang.png Mike Card Abgang.png Dustin Wood
Zugang.png Jean-Philippe Côté Abgang.png Trevor Johnson
Abgang.png Dominic Auger
Stürmer
Zugang.png Adriano Carciola** Abgang.png Martin Bartek
Zugang.png Fabio Carciola Abgang.png Colin Beardsmore
Zugang.png Derek Damon Abgang.png Kevin Estrada
Zugang.png Thomas Holzmann Abgang.png Robert Francz
Zugang.png Pierre-Luc Sleigher Abgang.png Mark Kosick
Zugang.png Josh Soares Abgang.png Shawn McNeil*
Zugang.png Michael Schmerda Abgang.png Steve Palmer*
Abgang.png Jacek Plachta
Abgang.png Thorben Saggau
Legende: * Abgang bereits im Laufe der letzten Saison; ** Förderlizenz für den ETC Crimmitschau

Der nach der Rückkehr in die DEL ausgebliebene Umbruch im Kader der Huskies zeichnete sich nun ein Jahr später, zur Saison 2009/10 ab. Wärend man im Vorjahr allein im Tor sechs verschiedene Spieler einsetzte, wollte man nun den Kader ein wenig schrumpfen. Während Boris Rousson bereits in der Vorsaison seine Karriere beenden musste, Sebastian Elwing im Dezember nach München geflüchtet war, und Nolan MacDonald sowie Sebastian Staudt am #1 Status Adam Hausers nichts ändern konnten, konzentrierten sich die Transferbemühungen im Sommer darauf einen geeigneten Backup für den aus Mannheim zu den Huskies gewechselten Amerikaner zu finden. Fündig wurden die Huskies in der amerikanischen College-Liga bei den River Falls Falcons im US-Bundesstaat Minnesota. Dort spielte Ritter, Sohn eines deutschen Vaters, die vergangenen Jahre im Tor ohne die Scouts der NHL-Clubs auf sich aufmerksam machen zu können.

In der Verteidigung stellten sich die größten Änderungen im Vergleich zur Vorsaison ein. Aufstiegshelden wie Mike Pellegrims, Brad Burym und allen voran Drew Bannister, immerhin Torschütze des entscheidenden Tores im 2.Liga-Finale gegen den EV Landshut, bekamen keine neuen Verträge. Auch Ryan Gaucher und Dustin Wood mussten ihren Aufenthalt in Nordhessen bereits nach einem Jahr wieder beenden. Zu inkonstant waren vor allem die Leistungen der beiden Letztgenannten. Trainer Stephane Richer wollte zur neuen Saison vor allem auf junge hungrige Spieler setzen, die die langsame steifwirkende Verteidigung der letzten Saison ersetzen sollten. Aus der 2. Liga stieß mit Derek Dinger ein altbekannter zum Team. Der gebürtige Kasseler hatte den Großteil seiner Eishockeyausbildung bei den Eisbären Berlin verbracht und das letzte Jahr eine starke Saison beim REV Bremerhaven gespielt. Auch Rene Kramer war den meisten Fans in Kassel noch ein Begriff. Immerhin gehörte Kramer 2008 zur Meistermannschaft des ECK, entschied sich aber dann seine Chance in seiner Heimatstadt Berlin zu suchen, kam dort allerdings nicht mehr allzu oft zum Zug. Ebenfalls von einem DEL-Konkurrenten stieß David Danner zu den Huskies. Der bewegliche Allrounder hatte die letzten Jahre bei den Grizzly Adams Wolfsburg verbracht, und gehörte unter anderem zu dem Team, dass die Kassel Huskies 2007 im Finale um den Aufstieg in die DEL schlug. Und auch an der blauen Linie verstärkten sich die Kassel Huskies in diesem Sommer immens. Vom italienischen Top-Club Asiago HC kam der kürzlich zum besten Verteidiger der B-WM gekürte italo-kanadier Trevor Johnson an die Fulda. Johnson soll vor allem mit seinem neuen Nebenmann Sébastien Bisaillon im Powerplay Akzente setzen. Bisaillon ist die große Unbekannte im Spiel der Huskies. Der erst 22jährige spielte bereits mit 20 Jahren im Trikot der Edmonton Oilers in der besten Liga der Welt, konnte sich aber nicht im Kader festsetzen. Der Franchise der Oilers blieb er jedoch bis ins Jahr 2009 treu, indem er für Stockton und Springfield in der ECHL bzw. der AHL verteidigte.

Auch im Sturm stand im Vergleich zum Vorjahr ein größerer Umbruch an. Nachdem Playoff-Monster Shawn McNeil bereits im Januar nach Herne gewechselt war stand einer weiteren Aussortierung nichts mehr im Wege. Kevin Estradas Vertrag wurde trotz guter Ansätze in den letzten Saisonspielen nicht verlängert, Thorben Saggau entschied sich den Weg in die 2. Liga zu den Hannover Indians einzuschlagen und auch für den zumindest körperlich überzeugenden Robert Francz gab es keinen neuen Kontrakt bei den Kassel Huskies. Der für die Huskies wohl schmerzvollste Abgang war der von Martin Bartek. Der Toptorjäger entschied sich das gutdotierte Angebot der Huskies abzulehnen und bei den Kölner Haien zu unterschreiben.
Kam vom Asiago HC - Trevor Johnson

Bei den Neuzugängen bekam Trainer Richer endlich seinen Wunschspieler Fabio Carciola. Der mit den DEG Metro Stars in der Vorsaison Vize-Meister gewordene gebürtige Kasseler kam endlich zurück zu den Huskies. Zuvor hatte Carciola bei den Adler Mannheim erstmals DEL-Luft schnuppern dürfen, und spielte gerade unter Richer in der Saison 2004/05 eine starke Saison. Auch sein Bruder Adriano Carciola wird in der kommenden Saison das eine oder andere Mal das Trikot der Huskies tragen dürfen - Adriano spielt aber Hauptsächlich für den ETC Crimmitschau, wird aber mit einer Förderlizens für die Huskies ausgestattet. Aus der 2. Liga stieß mit Thomas Holzmann eines der größten Offensivtalente zu den Huskies. Vom REV Bremerhaven kommend überzeugte der junge Angreifer vor allem durch seine starke Stocktechnik, die ihm in der 2. Liga den Ruf eines hervorragenden Penaltyschützen bescherte. Aus der NLB in der Schweiz wechselte Pierre-Luc Sleigher zu den Huskies. Der körperlich starke Kanadier, der vor allem in den ersten Jahren seiner Karriere Strafminuten wie andere Leute Briefmarken sammelte soll in den Planungen von Trainer Richer als Enforcer die 3. Reihe von Hugo Boisvert stützen und vor allem die Jungen im Team der Huskies führen. Zu guter Letzt treffen sich in der Saison 2009/10 zwei alte Bekannte wieder. Neuzugänge Derek Damon und Josh Soares spielten bereits in ihrer Universitäts-Zeit zusammen und teilten sich auf Auswärtsfahrten sogar ein Zimmer. Während Damon aber bereits ein starkes Jahr in Finnland hinter sich hat, kommt Soares als unbeschriebenes Blatt in die DEL. Einen Tag vor Ende der Vorbereitungsphase stieß mit Mike Card ein weiterer Verteidiger zum Team, der den Großteil der Vorbereitung beim ERC Ingolstadt verbracht hatte, dort aber die in ihn gesteckten Erwartungen nicht erfüllen konnte. Mitte November drehte sich bei den Huskies zum ersten Mal das Wechselkarussell. Der bis dahin enttäuschende Trevor Johnson, der die meisten seiner Einsätze fast komplett auf der Bank gesessen hatte, wechselte zurück nach Italien und wurde durch den kanadischen Defensivspezialisten Jean-Philippe Côté ersetzt.

Mannschaftsfoto

Mannschaftsfoto09.jpg
Dr. Raetzer, Michael Christ, Philipp Schlager, Josh Soares, Fabio Carciola, David Danner, Derek Damon, Alex Leavitt, René Kramer, Pierre-Luc Sleigher
Betr. Schönewolf, Dr. Dallmann, Trevor Johnson, Sébastien Bisaillon, Alexander Heinrich, Bryan Schmidt, Thomas Holzmann, Dominic Auger, Derek Dinger, Physio Szota, Betr. Ondraschek
Steve Themm, Manuel Klinge, Hugo Boisvert, Trainer Stéphane Richer, Adam Hauser, Co-Trainer Fabian Dahlem, Sean Tallaire, Ryan Kraft, Stephen Ritter

Vorbereitung

Nach dem längsten Sommer in der Kasseler Vereinsgeschichte starteten die Huskies am Mittwoch, den 12.08.2009 in den Spielbetrieb. Um Punkt 19:30 Uhr berührte der Puck am Pferdeturm in Hannover, Heimstätte der Hannover Indians, erstmals das Eis, und nur 15:09 Minuten später landete der Puck das erste Mal im Netz der Indians. Derek Damon traf zum ersten Tor. Im Verlauf entwickelte sich ein umkämpftes Spiel zwischen dem Zweitligaaufsteiger und den Huskies. Damons Führung egalisierten die Leine-Städter genauso wie die 3:1 Führung durch Holzmann und Bisaillon, doch Leavitts Überzahltreffer fünf Minuten vor Schluss hatten die Indians nichts mehr entgegenzusetzen, der erste Sieg im ersten Spiel war perfekt. Nur zwei Tage später kam zum Heimdebüt der hessische Rivale aus Frankfurt in die Eissporthalle. Vor fast 3300 Zuschauern feierten die Huskies einen grandiosen Einstand und siegten gegen völlig fahrige Lions mit 2:1. Am 16.08. und 18.08. setzte es zwei Niederlagen gegen direkte DEL-Konkurrenten. Bei der Saisoneröffnung der Huskies verloren die Schlittenhunde mit 2:3 und spätestens bei der Niederlage im Len-Soccio-Center in Hannover zwei Tage später machten sich die ersten schweren Beine bemerkbar. 1:2 hieß es am Ende aus Sicht der Huskies. Am 22.08. luden dann die Harzer Wölfe zum legendären Wurmberg-Cup in den Harz. Bei Kirmesstimmung und Temperaturen knapp unter 30°c mussten die Huskies im halboffenen Wurmberg-Stadion gegen die DEG antreten. Die frühe Führung von Evan Kaufmann egalisierten die Huskies erst Mitte des zweiten Drittels, überraschten die müde wirkenden Düsseldorfer dann im Schlussdrittel durch Kraft in Unterzahl, ehe Soares 3 Minuten vor Schluss den Finaleinzug klarmachte. Im Finale trafen die Huskies in einem hitzigen Spiel auf die Iserlohn Roosters, die ihnen bereits eine Woche vorher gegenübergestanden haben. Die rüpelhaften Roosters gaben das Spiel durch ihre strafzeitintensive Spielweise selbst aus der Hand, so dass die Huskies folgerichtig mit 4:2 gewannen. Den Abschluss der Vorbereitung bildeten zwei schwache Auftritte gegen Wolfsburg und Ingolstadt. Ein desolates Schlussdrittel machte im Heimspiel gegen die Grizzly Adams aus einem 1:2 ein 2:6, und zwei Tage später gingen die Huskies chancenlos mit 1:8 unter.

Saisonverlauf

September/Oktober

Mit einem Paukenschlag eröffneten die Huskies die Spielzeit 09/10, als sie im ersten Heimspiel der Saison den amtierenden Meister, den Eisbären Berlin, mit einer Packung von 8 Toren zurück in die Hauptstadt schickten. Spät-Transfer Mike Card, tags zuvor noch im mit Testvertrag für den ERC Ingolstadt ausgestattet, gehörte neben Sean Tallaire und Nachwuchsmann Thomas Holzmann zu den überragenden Spielern an diesem Abend in der Eissporthalle. Alex Leavitt hatte bereits nach fünf Minuten für das 1:0 gesorgt, ehe die Huskies im Verlaufe des zweiten Drittels auf 5:2 davonziehen konnten. Den Endstand zum 8:3 in einer denkwürdigen Partie stellten Klinge, Kraft und Boisvert her. Doch bereits am folgenden Sonntag sollte sich die Schwachstelle der Huskies erstmals offenbaren: Die Defensive! Beim 1:5 in der Kölnarena überzeugte nur Torhüter Adam Hauser, der die Huskies lange im Spiel hielt, letztendlich aber gegen einen überragenden Martin Bartek chancenlos war. Fünf Tage später und einige Kilometer rheinabwärts holten die Huskies den ersten Auswärtserfolg der jungen Saison bei den DEG Metro Stars. Abermals überragend: Adam Hauser! Beim 1:0 Arbeitssieg rettete Hauser mehrere Male in höchster Not und avancierte zum absoluten Matchwinner.

Das zweite Heimspiel der Saison gewannen die Huskies in einem umkämpften Spiel gegen die Iserlohn Roosters mit 5:4. Derek Damon schoss drei Tore und legte ein weiteres Tor auf - und war somit Garant für den Sieg der Huskies. Am folgenden Sonntag gab es die erwartet deutliche Revanche der Eisbären für den Auftritt am 1. Spieltag. mit 9:4 fegten überzeugende Eisbären defensiv schwache Huskies aus der O2-World.

Derek Dinger hat soeben gegen die Frankfurt Lions getroffen... Quelle: Snapfactory.de

Das dritte Heimspiel der Saison gewannen die Huskies glücklich mit 3:2 gegen der ERC Ingolstadt. Gegen starke Donaustädter klappte es vor allem vor Nationaltorhüter Dimitrij Pätzold wie geschmiert, so dass die Huskies nur wenige hochkarätige Chancen liegen ließen. Auf den Auftritt gegen Ingolstadt folgte die erste kleine Krise in der Kasseler Saison: Mit vier Niederlagen am Stück (2:4 gg. Krefeld; 1:6 gg. Hannover; 5:3 gg. Mannheim; 1:8 gg. Iserlohn) zeigte sicher abermals die Achillesferse der Huskies. Mit 21 Gegentoren in 4 Spielen zeigten weder Torhüter Hauser noch seine Vorderleute DEL-taugliche Leistungen. Vor allem die Formschwäche von Vorjahresstützen Bryan Schmidt, Dominic Auger und Neuzugang Trevor Johnson machte den Huskies zu schaffen, zumal das junge Team der Kasseler gerade beim 5:3 in Mannheim nicht souverän genug spielte um den herausgespielten 3:0-Vorsprung punktebringen zu verwerten.

Erst am 12. Spieltag, beim Heimspiel gegen die Hamburg Freezers sollten die Huskies wieder dreifach Punkten: Manuel Klinge mit einem Doppelpack, sowie Sebastien Bisaillons ersten beiden Saisontore garantierten den Sieg gegen schwache Hansestädter.

Das Wochenende vom 16.10.09 - 18.10.09 sollte dann unter die Kategorie "Derby-Time" fallen. Während man im Freitagsspiel in Wolfsburg knapp mit 4:3 verlor, im letzten Drittel aber große Moral und Kampfgeist bewies, hieß es am Sonntag um 14:30 Uhr in der Eissporthalle: Hessenderby! Mit den Lions kam eins der großen Überraschungsteams in die heimische Halle. Nicht, dass man nicht gewöhnt war gegen die Löwen als Außenseiter dazustehen, doch der fantastische Saisonstart der Südhessen machte die Lage für die Huskies zusätzlich schwer. Umso erstaunlicher, dass die Huskies die Löwen zuerst klar dominierten und mit dem ersten DEL-Treffer von Derek Dinger verdient in Führung gingen. Dieser, und der wenige Minuten später erzielte Konter-Treffer von Sean Tallaire sorgten für den ersten Derby-Sieg in dieser Saison.

Einer kämperisch starken Partie gegen die DEG folgte die erste kleinere Enttäuschung. Bei den Straubing Tigers, einem direkten Konkurrenten, verloren die Huskies 1:3. Lediglich Pierre-Luc Sleigher vermochte es Ex-Husky Markus Janka im Tor der Gäubodener zu überwinden.

Im furiosen Auswärtsspiel bei den Augsburg Panthern zeigte sich mal wieder die defensive Schlafmützigkeit der Schlittenhunde. Die hart erarbeitete Führung von 0:2 durch Tore von Kraft und Leavitt wussten die Augsburger Panther innerhalb von 10 Minuten in ein 4:2 umzudrehen. Durch einen glückliches Tor 2 Sekunden vor Schluss erarbeiteten sich die Huskies aber genug Momentum um im dritten Drittel die Partie auf 4:5 zu wenden. Der zweite Auswärtssieg war perfekt!

November/Dezember

Nach der für das deutsche Nationalteam sehr erfolgreichen Deutschland-Cup-Pause taten sich die Huskies äußerst schwer wieder in Tritt zu kommen. Das erste Heimspiel nach der Pause wurde äußerst unglücklich mit 0:1 an die Thomas Sabo Ice Tigers abgegeben, und auch das zweite Spiel am ersten Wochenende nach der Pause ging mit 4:7 in Ingolstadt verloren. Bezeichnend für die bislang inkonstanten Leistungen der Huskies war, dass nun auch der bislang so verlässliche Rückhalt Adam Hauser zu wackeln begann, und mehr und mehr einfache Treffer kassierte.

Ein häufiges Bild gegen Ende des Jahres - Adam Hauser ist geschlagen... Quelle: Snapfactory.de

Am 22.11. meldeten sich die Huskies im "6-Punkte-Spiel" gegen die Straubing Tiger eindrucksvoll mit 7:2 zurück. Bereits nach vier gespielten Minuten führten die Huskies mit 3:0 und gaben die erspielte Führung bis zur Schlusssirene nicht mehr ab. Überragender Mann war einmal mehr Alex Leavitt. Mit dem Schwung des Kantersieges gegen die Gäubodener kamen am 24.11. die Kölner Haie zum "Klassiker" in die Eissporthalle. Bei der Rückkehr des Ex-Huskies Martin Bartek zeigten sich die Huskies abermals von ihrer wankelmütigen Seite. Bis zur 21. Spielminute mit 0:2 im Rückstand schafften es die Huskies das Spiel zu drehen und im Endeffekt das Spiel mit 6:5 nach Hause zu schaukeln.

Am 28.11. machten sich rund 1000 Kasseler Anhänger auf den Weg zur Frankfurter Eissporthalle am Ratsweg, um den nun seit 14 Jahren andauernden "Fluch vom Ratsweg" endlich zu beenden. Der von Volkswagen gesponsorte Auswärts-Tag erwies sich - mit Ausnahme des Spielergebnisses - als voller Erfolg, denn mehr als ein 7:5, bei dem die Huskies Mal um Mal wackelig in der Defensive agierten, und Lion Joey Tenute vier Sekunden vor Schluss das entscheidende Empty-Net-Tor markierte kam für die Kasseler nicht raus...

Der Dezember startete als eine verschlechterte Fortsetzung des bereits schwachen Vormonats. Während man sich in der bisherigen Saison zumindest auf die Heimstärke verlassen konnte, ließen die Huskies im vorweihnachtlichen Monat im Sinne der Nächstenliebe allzu oft Punkte liegen. Während die Huskies-Fans am VW-Tag am 6.12. noch eine kämpferische Leistung ihres Teams zu sehen bekamen, lief es nur 5 Tage später beim Heimspiel gegen die Krefeld Pinguine deutlich schlechter. Nachdem Soares die Huskies in eigener Unterzahl in Führung gebracht hatte, schienen die Blauweißen auf dem richtigen Kurs. Der schnelle Ausgleich der Krefelder, sowie die Führung durch Roland Verwey ließ die Kasseler von der Bahn abkommen. Schließlich verloren die Huskies mit 2:4 gegen einen, selbst in einer tiefen Kriese steckenden, direkten Konkurrenten. Einem guten Auftritt gegen die Eisbären Berlin, denen man sich erst im Penaltyschießen geschlagen geben musste folgte der wohl negative Höhepunkt pünktlich zum Weihnachtsfest. Gegen eine schwache Mannschaft aus Nürnberg vertendelte man eine 3:1 Führung, und verlor das Spiel sogar noch in regulärer Spielzeit. Das löchrige Nervenkostüm, das die Huskies bislang nur Auswärts aufgetragen hatten, hatte sich nun auch in der Festung "Eissporthalle Kassel" eingeschlichen. Auch Trainer Richer hatte für die schwachen Auftritte im Dezember keine Erklärung, so dass auch sein sonst so sattelfester Trainerstuhl das erste Mal zu wackeln begann. Am 23.12. betrieben die Huskies mit einem Sieg gegen die Augsburger Panther zwar noch Wiedergutmachung bei den eigenen Fans, doch die letzten beiden Spiele im Jahr verdarben dann auch den letzten Hockeyfans in Nordhessen die Lust.

In den überlebenswichtigen Spielen gegen die angriffsschwachen Straubinger und die abermals enttäuschenden Hamburg Freezers, zogen die Huskies zweimal den Kürzeren. Unterstützt von 600 aus Kassel per Sonderzug mitgereisten Fans holten die Huskies in Straubing zwar einen Punkt, die Spielweise des Teams trieb den Anhängern aber genauso das Grauen ins Gesicht wie der Auftritt vier Tage später im hohen Norden bei den Freezers. Mit einer klaren 0:5 Niederlage schickten die Freezers die Huskies nach Hause und beendeten ein Jahr mit vielen Höhen und Tiefen.

Highlight "Hessenderby"... Quelle: Snapfactory.de

Januar/Februar

Auch der start ins neue Jahr war für die Huskies eher durchwachsen. Nach zwei starken Dritteln beim ersten Spiel 2010 in Köln verhinderte wiedereinmal ein schneller Doppelschlag des Gegners Auswärtspunkte für die Huskies. Zumindest auf die Heimstärke konnten die Huskies weiterhin setzen. Desolate un unmotivierte Roosters mit einem äußerst schwachen Danny aus den Birken lagen bereits nach dem ersten Drittel mit 4:1 zurück, und fanden nicht mehr zurück ins Spiel.

Währenddessen rumorte es im Hintergrund der Huskies gewaltig. Die Gerüchte um eine Übernahme durch den Bad Hersfelder Investor Dennis Rossing verdichteten sich zunehmends und fanden ihre Bestätigung Mitte Januar auf dem Neujahrsempfang der Huskies. Unter dem Beifall der anwesenden Sponsoren übergab Rainer Lippe den symbolischen Staffelstab an Rossing. Zum ersten Heimspiel nach der angekündigten Übernahme patzten zwar die Huskies gegen Straubing, doch auf den Rängen machte sich ob des vermeintlich früh abgewehrtem Sommertheaters Erleichterung breit. Sogar selten gesehene Gäste wie Simon Kimm und Joe Gibbs fanden seit Jahren mal wieder den Weg in die Eissporthalle.

Über die Auswärtsspiele mussten sich die Huskies auch in den ersten beiden Monaten des neuen Jahres keine Gedanken machen. Wie es sich als guter Gast so gehört ließen die höflichen Nordhessen brav in jedem Stadion die Punkte für das Heimteam liegen, und so verlor man logischerweise bald den Anschluss an die Tabellennachbarn Straubing und Hamburg.

Den Tiefpunkt der Eishockeystimmung erreichten die nun vor nur noch knapp 3000 Zuschauern stattfindenden Duelle gegen Wolfsburg und Hannover, in denen die Huskies es nichteinmal mehr fertigbrachten körperlich mitzuhalten.

Kurz vor der Olympiapause, Mitte Februar, setzten die Huskies trotz aller Eishockeydepression noch zwei Highlights. Am 7.2.2010 schickte man die Krefeld Pinguine mit 6:2 nach Hause, und gewann sogar das Hessenderdy in ungewöhnlicher Höhe mit 5:2.

März

Und auch die ersten Spiele des Monats März standen für die Huskies unter keinen guten Omen. In Wolfsburg scheiterte man genauso aussichtslos wie im folgenden Heimspiel gegen die Kölner Haie. Desweiteren erreichte die finanzielle Enge der Huskies im März einen neuen Höhepunkt. Die HNA veröffentlichte Unterlagen aus denen hervorging, dass die Huskies über 500.000 € bräuchten um die laufende Saison überhaupt zu Ende spielen zu können. Ausgebliebene Zuschauer, nicht eingegangene Sponsorengelder und Ausfälle im Catering hatten ein riesiges Loch in die Huskies-Kasse geschlagen. Dennis Rossing rief in einer Bitte an die Sponsoren zu klaren Bekenntnissen zum Eishockey in Nordhessen auf. Während die ganze Region also auf Rossing und seine Sponsoren-Freunde schaute, hatten die Spieler ihren Teil zur Krisenbewältigung schon getan. Trotzdem seit Mitte Januar kein Gehalt mehr geflossen war, spielten die Spieler weiter für den klammen Verein, warfen sich in Schlagschüsse und opferten ihre eigene Gesundheit - ein Dienst der wohl von keinem ohne monetären Gegenwert zu verlangen ist!

Die Fans entschuldigten sich prompt beim nächsten Heimspiel mit einem großen Plakat: "Sorry! You're real Huskies!". Die durchwachsenen Leistungen in den verganenen Wochen waren für die meisten Fans passé, und so konzentrierte man sich darauf die Saison "anständig" zu Ende zu bringen.

Auf diesem Weg gelang den Huskies übrigens nicht nur ein toller Auftritt gegen die DEG Metro Stars, sondern auch noch ein seit Anfang November sehlichst erwarteter Auswärtssieg. Bei den Adlern Mannheim gewannen die Huskies sensationell mit 3:5.


Abschlusstabelle

Mannschaft Sp S OTS SOS OTN SON N GP  % T GT STR Heim Gast
1.Eisbären Berlin (M)56362412111237320915695823-1-1-313-5-2-8
2.Frankfurt Lions5628241120985819116186716-3-1-812-3-1-12
3.Grizzly Adams Wolfsburg5627332219975819215272815-3-4-612-3-0-13
4.Hannover Scorpions56242241014945616917782312-0-8-812-4-6-6
5.Thomas Sabo Ice Tigers5627104420915415215895114-0-7-713-1-1-13
6.DEG Metro Stars5625233221905418114889016-3-1-89-2-4-13
7.ERC Ingolstadt56245230228952205181114416-2-0-108-5-3-12
8.Augsburger Panther5624251024875220118896917-2-0-97-5-1-15
9.Adler Mannheim56232243228450177177111515-2-2-98-2-5-13
10.Kölner Haie5619334126744517819095913-5-2-86-1-3-18
11.Iserlohn Roosters56184431267444166183106111-5-3-97-3-1-17
12.Krefeld Pinguine5620130428724316717398314-2-3-96-2-1-19
13.Straubing Tigers561832062770421491939789-4-1-149-1-5-13
14.Hamburg Freezers56162241316136162200102911-2-3-125-2-2-19
15.Kassel Huskies56162022345633151213122113-2-3-103-0-1-24

Abkürzungen: Sp = Spiele, S = Siege, OTS = Siege nach Verlängerung, SOS = Siege nach Penaltyschießen, OTN = Niederlagen nach Verlängerung, SON = Niederlagen nach Penaltyschießen, N = Niederlagen, T = Tore, GT = Gegentore, Str = Strafen, (M) = Titelverteidiger

Alle Spiele

2009-10 Spielübersicht



Einzelkritik

Torhüter:

#30 Steve Themm
Adam Hauser...

In seiner zweiten Saison als Profi kam Themm auf zwei Kurzeinsätze in den letzten beiden Saisonspielen, kam leistungstechnisch aber nicht an Stephen Ritter als Backup-Goalie vorbei.

#31 Adam Hauser
Nach dem bärenstarken Vorjahr nun angesteckt von der Unsicherheit seiner Vorderleute. Die Geburt seines zweiten Sohnes schien ihn zusätzlich zur schlechten sportlichen Situation zu belasten. Gegen Ende der Saison stabiler.

#33 Stephen Ritter
Trotz des schwächelnden Hausers konnte Ritter zu keinem Zeitpunkt der Saison eine Konkurrenz darstellen. In der Vorbereitung durchaus überzeugend kam er lediglich zu Kurzeinsätzen in der Saison. Disziplinprobleme schmälerten sein Ansehen bei Coach Richer.

Verteidiger:

#2 Jean-Philippe Côté
Der Durchstarter der Saison! Kam im November im Wechsel mit Trevor Johnson und avancierte binnen weniger Spiele zum absoluten Publikumsliebling. Knallharte Checks und unbändiger Einsatz waren Côtés Markenzeichen. Stabilster Defender seit Christian Laflamme.

#4 Bryan Schmidt
Schmidt war nach seiner Sensationssaison 2008/09 nicht wiederzuerkennen. Defensiv war er zu oft nur Zuschauer. Zumindest Offensiv gehörte Schmidt wieder zum Besten was die Kasseler Verteidigung zu bieten hatte. Eine Verletzung beendete seine Saison aber bereits Ende Dezember.

#7 Trevor Johnson
Der Italo-Kanadier gehörte nur zwei Monate zum Team der Kassel Huskies. Der als Blueliner eingeplante Verteidiger fiel allerdings recht schnell durch seine läuferischen Defizite auf. Zudem missfielen Trainer Richer die Trainingsleistungen. Anfang November verließ er Kassel in Richtung Italien.

#13 David Danner
Garant in der Defensive - JP Côté

Der aus Wolfsburg nach Kassel gekommene Verteidiger spielte vornehmlich an der Seite von Mike Card, konnte allerdings nur selten überzeugen. Die DEL scheint auch im dritten Anlauf eine Größe zu groß für ihn zu sein.

#19 Mike Card
Kam just zum Saisonbeginn ins Team, als sein Tryoutvertrag in Ingolstadt nicht verlängert wurde. Spielte vor allem in der ersten Saisonhälfte offensiv solide, danach unauffälliger. Defensiv oft desorrientiert und überfordert.

#21 Sebastien Bisaillon
Der junge Kanadier mit NHL-Erfahrung kam um für Gefahr an der blauen Linie zu erhöhen. Konnte diese aber nur selten erzeugen. Den knallharten Schuss ließ Bisaillon zu selten in Richtung gegnerisches Tor los...

#22 Derek Dinger
Der gebürtige Kasseler gehörte zu den positiven Überraschungen in der Verteidigung. Der Partner von Sebastien Bisaillon nutzte seine Chance sich in der DEL zu etablieren, und wurde mit der Nominierung zum WM-Kader zusätzlich belohnt.

#24 Dominic Auger
Seine Rolle im Team warf die meisten Fragen bei den Fans auf. Der beliebte Verteidiger war im Gegensatz zur Vorsaison oft nur 7. Verteidiger und wurde (evtl. aus finanziellen Gründen) im November nach München abgegeben.

#25 René Kramer
Der Rückkehrer wurde mit großen Erwartungen in Kassel empfangen, konnte diesen aber nur selten gerecht werden. An der Seite von JP Côté konnte er zwar wenig falsch machen, an den Kramer aus der Saison 07/08 erinnerte allerdings wenig.

Stürmer:

#8 Fabio Carciola
Mit vielen Vorschusslorbeeren aus Düsseldorf gekommen, kam der gebürtige Kasseler Carciola nur selten an die erwünschte Form heran. Von Trainer Richer als Reihen-Joker eingesetzt konnte Carciola keine wirkliche Bindung zu seinen Mitspielern aufnehmen...

#9 Manuel Klinge
Der dienstälteste Husky spielte eine starke Saison. Auf und Abseits des Eises die ultimative Identifikationsfigur für alle Eishockeyliebhaber. Zweitbester Torschütze im Team, der sich trotzdem ab und zu Auszeiten nimmt. Saison Highlight Olympia mit der Nationalmannschaft!

#10 Derek Damon
Der US-Amerikaner Damon kam aus Finnland zu den Huskies und gehörte zusammen mit seinem alten Freund Josh Soares zu den positiven Überraschungen. Wurde auf Anhieb bester Torjäger im Team, grandios im Powerplay und auch in Unterzahl mit Eiszeit

Letzte Saison im Kasseler Trikot - Ryan Kraft

#12 Hugo Boisvert
Gehörte sicherlich zu den Unglücklichen im Team. Hatte man im letzten Jahr noch gehofft, dass Hugos läuferische Defizite nicht noch größer werden würden, musste man sich spätestens jetzt eingestehen, dass es nicht mehr für die ersten beiden Reihen reicht. Als Leader nicht zu ersetzen, vorbildliche Einstellung auf und neben dem Eis.

#15 Thomas Holzmann
Der vom REV Bremerhaven zu den Huskies gewechselte Nachwuchsstar bewies von Anfang an, dass er das Zeug zu einem guten DEL-Spieler hat. Stocktechnisch konnten ihm im Team nur wenige das Wasser reichen. Exzellenter Penaltyschütze!

#16 Alex Leavitt
Die ultimative Enttäuschung der Saison! Im Vorjahr Topscorer, kam Leavitt in dieser Saison überhaupt nicht in Fahrt. Ohne seinen kongenialen Partner Martin Bartek und wechselnden Reihenpartnern lief wahrlich wenig beim Kanadier. Stocktechnisch kann er zu den besten der DEL gehören, läuferisch eher auf dem Niveau der Oberliga.

#17 Ryan Kraft
Krafty spielte seine letzte Saison im Trikot der Huskies. Kämpferisch immer ein Vorbild, kam der US-Amerikaner wie jedes Jahr erst um Weihnachten wirklich in Fahrt. Die beste Phase der Saison erreichte er als er mit Josh Soares und Derek Damon in Reihe 1 aufs Eis durfte.

#20 Josh Soares
Was Côté in der Abwehr ist, ist Soares im Sturm. Über "Texas" lief fast alles im Angriff, bewies seine Kombinationsqualitäten mit fast jedem im Team, vornehmlich aber mit Derek Damon und Pierre-Luc Sleigher. Könnte noch öfter selbst den Abschluss suchen.

#26 Philipp Schlager
Wirkte abermals übermotiviert. Läuferisch ständig in Bewegung, selten jedoch koordiniert. Konnte seine Punkteausbeute allerdings sogar erhöhen. Geht keinem Zweikampf aus dem Weg. Typischer Spieler für die vierte Reihe.

#39 Sean Tallaire
Eine Saison zum Vergessen für den Routinier. Bereits im Dezember war seine Saison mit einer schweren Verletzung gelaufen, konnte bis dahin aber auch nur selten überzeugen. Hing am Tropf des ebenfalls schwächelnden Leavitts.

#62 Pierre-Luc Sleigher
Auch Sleigher spielte sich im Handumdrehen in die Herzen der meisten Fans. Seine beherzte Spielweise bescherte ihm aber nicht nur die Sympathien der Anhänger, sondern auch den ersten Platz in der Strafminutenrangliste. Erinnert in Ansätzen an Greg Evtushevski.

#87 Alexander Heinrich
Der Sohn von ECK-Legende Herbert Heinrich konnte seine DEL-Tauglichkeit abermals nicht wirklich unter Beweis stellen. Über gute Ansätze gehen die meisten Aktionen nicht hinaus. Gegen Ende der Saison als Verteidiger eingesetzt, dort besser aufgehoben!

#89 Michael Christ
Deutlich disziplinierter als noch im Vorjahr, allerdings auch mit deutlich weniger Eiszeit. Verletzungen machten diese Saison eine zum Vergessen für den jungen Kasseler.

Playoffs

Während die Huskies nun also schon im zweiten Jahr in Folge frühzeitig in die Sommerpause geschickt wurden, machten sich zehn der 15 DEL-Teams auf den Meister in den Playoffs auszuspielen. Zuallererst standen die zum zweiten Mal ausgetragenen Pre-Playoffs der Teams auf den Plätzen 7-10 an, um die Mannschaften für den siebten und achten Tabellenplatz auszuspielen. Der ERC Ingolstadt traf auf die zehntplatzierten Kölner Haie, und DEL-Rekordmeister bekam es mit den Augsburger Panthern zutun. Im Modus Best-of-Three ging die Serie der Haie mit den Panthern über die volle Distanz - die Donaustädter schmissen die Kölner Haie aus dem Rennen, so dass der erste DEL-Traditionsverein bereits vor Beginn der Playoffs die Segen streichen musste! In der zweiten Pre-Playoff-Serie sorgten die Augsburger Panther für eine faustdicke Überraschung, die eigentlich gar keine mehr war. Der zusammengekaufte "Haufen" Adler Mannheim verlor sang und klanglos in zwei Spielen und bekam abermals attestiert, dass auch der größte Geldbeutel nicht immer ein Allheilmittel für strapazierte Fanseelen ist.

In den (auf Grund der Terminknappheit viel zu kurz wirkenden) Playoffs bekamen nun auch die restlichen Teams endlich Gelegenheit zu beweisen, dass sie hungrig auf eine Meisterschaft waren. Die hochfavorisierten Berliner, die die Vorrunde mit unglaublichen 123 Punkten beendet hatten, bekamen die Augsburger Panther zugelost. Während die Hauptstädter im ersten Serienspiel noch standesgemäß gewinnen konnten, zeigten die Fuggerstädter bereits im Spiel 2, dass sie nicht umsonst in den Playoffs standen. Im Handumdrehen gewannen die Panther Spiel 2 und 3 der Serie, so dass die Eisbären bereits im Spiel 4 in Augsburg vor der Eliminierung standen. Mit 5:3 setzte sich der amtierende deutsche Meister durch, konnte sich in Spiel 5 der Serie dem Überraschungsteam aus Bayern nicht weiter erwehren. Der haushohe Favorit verlor vor eigenem Publikum mit 2:6 und beendete die Saison wie es sich kaum ein deutscher Eishockeyfan hätte vorstellen können.

Für die Eisbären gab es nichts zu feiern...

Und auch das zweitplatzierte Team der Hauptrunde machte sich das Leben in den Playoffs selbst schwer. Gegen die durch die Pre-Playoffs im Spielrythmus spielenden Ingolstädter Panther konnten die Südhessen nur im ersten Spiel der Serie überzeugen. Mit 3:0 gewannen die Frankfurter das Auftaktspiel, konnten aber zu keinem Zeitpunkt der Serie an diese Leistung anschließen. Bereits in Spiel 2 machte sich die eklatante Powerplayschwäche der Frankfurter bemerkbar. Mit 0:2 verlor Frankfurt Spiel 2 und nur zwei Tage später auch Spiel 3 der Serie. So hatte Ingolstadt bereits in Spiel 4 die Möglichkeit mit einem Sieg die hochgewetteten Löwen in die Sommerpause zu schicken; und dank eines 3:2 nach Verlängerung vor eigenem Publikum zog auch der ERC Inoglstadt in die nächste Runde der Playoffs ein.

Während die DEG ihre starke Form um den Jahreswechsel nicht in die Playoffs konservieren konnte, legten die Grizzly Adams Wolfsburg jetzt erst richtig los. Dem stolzen DEG-Anhang wurde bei den rasanten Auftritten der Schützlinge Toni Krinners schnell mulmig, und selbst ein in der Drittelpause zur Zuschauerbelustigung eingeteilter VW Touareg auf Spikes, der die halbe Wolfsburger Eisfläche ramponierte konnte im Endeffekt den souveränen Sweep der Niedersachsen gegen die Rheinländer nicht aufhalten. Sang- und klanglos ging die DEG in drei Spielen baden...

denn am Ende triumphierten die Scorps...

Im Halbfinale trafen die Wolfsburger nun auf das Überraschungsteam aus Augsburg. Die Fuggerstädter kamen mit dem Rückenwind ihres Berlin-Erlebnisses in die Serie und spielten auch hier klug mit. Die spritziger wirkenden Wolfsburger bissen sich Mal für Mal an Torhüter Dennis Endraß die Zähne aus, so dass den Augsburgern meistens nur wenige Schüsse zur Siegausbeute reichten. Den hochgehandelten und von Trainer Krinner persönlich zum Meisterschaftskandidaten ausgerufenen Wolfsburgern gelang in der Best-of-Five Serie lediglich ein Sieg, und somit feierten die Augsburger bereits in Spiel 4 den Finaleinzug vor einem bis auf den letzten Platz ausverkauften Curt-Frenzel-Stadion.

Auch die zweite Serie erwies sich als deutlich spannungsloser als zuerst gedacht. Die vom Verletzungspech gebeutelten Ingolstädter, die sich nun aber immerhin schon über zwei Runden hatten retten können waren für die Hannover Scorpions nicht viel mehr als lustige Spielgesellen auf dem Weg ins Finale. Den Niedersachsen verging aber schnell die Lust, und somit gabs für die Schanzer die Höchststrafe - Sweep!

Im Finale standen sich nun also Hannover und Augsburg gegenüber - ein Duell auf das vor der Saison kein Experte auch nur einen Pfennig gewettet hätte. Der Kampfgeist beider Teams hatte auf dem Weg ins DEL-Finale 2010 hochgerankte Teams ausgeschaltet, und somit trafen nicht die Mannschaften mit dem größten Geldbeutel, sondern mit dem größten Herz aufeinander. Aufopferungsvoll kämpfende Augsburger boten den technisch überlegenen Schützlingen von Hannovers Trainer Hans Zach einen großen Kampf, konnten jedoch nicht verhindern, dass bereits nach drei Spielen der Traum vom ersten Meistertitel der Augsburger Vereinsgeschichte ausgeträumt war. 3:1, 3:2 und 4:2 hieß es am Ende für die Niedersachsen, die ihrem scheidenden Trainer Zach somit einen wahrlich würdigen Abschied in den Ruhestand bereiteten. Der leidgeprüfte Huskies-Fan konnte sich durchaus mitfreuen, waren mit Tino Boos, Martin Hlinka, Niki Mondt und Klaus Kathan zusätzlich zur Trainerlegende Hans Zach vier Publikumslieblinge vergangener ECK-Jahre im Aufgebot der Leinestädter.


Play-off-Baum

  Viertelfinale Halbfinale Finale
                           
  1.  Berlin.jpg Eisbären Berlin 2  
8.  Augsburg.jpg Augsburger Panther 3  
  3.  Wolfsburg.jpg Grizzly Adams Wolfsburg 1  
  8.  Augsburg.jpg Augsburger Panther 3  
4.  Hannover.jpg Hannover Scorpions 3
5.  Nürnberg.jpg Thomas Sabo Ice Tigers 2  
  5.  Hannover.jpg Hannover Scorpions 3
  8.  Augsburg.jpg Augsburger Panther 0
2.  Frankfurt.jpg Frankfurt Lions 1  
7.  Ingolstadt.jpg ERC Ingolstadt 3  
5.  Hannover.jpg Hannover Scorpions 3
  7.  Ingolstadt.jpg ERC Ingolstadt 0  
3.  Wolfsburg.jpg G.A. Wolfsburg 3
  6.  Düsseldorf.jpg DEG Metro Stars 0  

Kader 2009/10

Stand: 31. März 2010

Torhüter
Nr. Name Geburtsdatum Geburtsort Im Team seit Letztes Team
30 Deutschland Steve Themm - FL 08.09.1991 Kassel, Deutschland 2008 EJ Kassel
31 Flag of USA.png Adam Hauser 27.05.1980 Bovey, Minnesota, USA 2008 Adler Mannheim
33 Flag of USA.png Stephen Ritter 31.12.1987 Tenafly, New Jersey, USA 2009 River Falls Falcons
Verteidiger
Nr. Name Geburtsdatum Geburtsort Im Team seit Letztes Team
2 Flag of Canada.png Jean-Philippe Côté 22.04.1982 Charlesbourg, Québec, Kanada 2009 Wilkes-Barre/Scranton Penguins
4 Flag of USA.png Bryan Schmidt 27.07.1981 Bloomington, Minnesota, USA 2008 Cincinnati Cyclones
7 Flag of Canada.png Trevor Johnson 25.01.1982 Trail, BC, Kanada 2009 HC Asiago
13 Flag of Germany.png David Danner 19.02.1983 Freiburg i. Breisgau, Deutschland 2009 EHC Wolfsburg
19 Flag of Canada.png Mike Card 18.02.1986 Kitchener, Ontario, Kanada 2009 Portland Pirates
21 Flag of Canada.png Sébastien Bisaillon 08.12.1986 Mont-Laurier, Québec, Kanada 2009 Stockton Thunder
22 Flag of Germany.png Derek Dinger 20.03.1987 Kassel, Deutschland 2009 REV Bremerhaven
24 Flag of Canada.png Dominic Auger 12.01.1977 Montmagny, Québec, Kanada 2008 Schwenninger Wild Wings
25 Flag of Germany.png René Kramer 24.10.1987 Berlin, Deutschland 2009 Eisbären Berlin
Angreifer
Nr. Name Geburtsdatum Geburtsort Im Team seit Letztes Team
8 Flag of Germany.png Fabio Carciola 25.08.1985 Kassel, Deutschland 2009 DEG Metro Stars
9 Flag of Germany.png Manuel Klinge - A 05.09.1984 Kassel, Deutschland 2003 EJ Kassel
10 Flag of USA.png Derek Damon 12.11.1980 Bangor, Maine, USA 2009 Ässät Pori
12 Flag of Canada.png Hugo Boisvert - C 17.03.1978 St.Eustache, Québec, Kanada 2006 EV Duisburg
15 Flag of Germany.png Thomas Holzmann 17.07.1987 Buchloe, Deutschland 2009 REV Bremerhaven
16 Flag of Canada.png Alex Leavitt 31.01.1984 Edmonton, Alberta, Kanada 2008 Arizona Sundogs
17 Flag of USA.png Ryan Kraft - A 07.11.1975 Bottineau, North Dakota, USA 2005 Bridgeport Sound Tigers
20 Flag of Canada.png Josh Soares 06.02.1982 Hamilton, Ontario, Kanada 2009 Alaska Aces
26 Flag of Germany.png Philipp Schlager 22.07.1986 München, Deutschland 2008 Adler Mannheim
39 Flag of Canada.png Sean Tallaire 03.10.1973 Steinbach, Manitoba, Kanada 2008 Kölner Haie
51 Flag of Germany.png Adriano Carciola - FL 19.12.1987 Kassel, Deutschland 2009 Hannover Indians
61 Flag of Germany.png Michael Schmerda - FL 29.08.1985 Zürich, Schweiz 2009 Dresdner Eislöwen
62 Flag of Canada.png Pierre-Luc Sleigher 12.02.1982 Montréal, Québec, Kanada 2009 EHC Olten
87 Flag of Germany.png Alexander Heinrich - FL 30.08.1987 Kassel, Deutschland 2008 ETC Crimmitschau
89 Flag of Germany.png Michael Christ - FL 26.03.1989 Kassel, Deutschland 2007 Jungadler Mannheim

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