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Fr. 20.01.1984 - 20:00 Uhr ESG Kassel - EHC Essen-West 1:12 (0:3/0:5/1:4)

Aus HuskyWiki

Statistik


ESG Kassel
1:12
(0:3/0:5/1:4)

EHC Essen-West
2. Bundesliga · Hauptrunde. Spieltag · 20.01.1984
20:00 Uhr · Eissporthalle Kassel
Tore 1. Drittel
Tor: Spry; Assist: Hardy 1:00 0:1
Tor: Blumenschein; Assists: Hardy, Inkpen 7:00 0:2
Tor: Hardy; Assists: Blumenschein, Benda 10:00 0:3
Tore 2. Drittel
Tor: Litschke; Assists: Inkpen, McNeil 30:00 0:4
Tor: Litschke; Assists: McNeil, Inkpen 34:00 0:5
Tor: McNeil; Assist: Spry 35:00 0:6
Tor: Litschke; Assist: Benda 39:00 0:7
Tor: Hoja 40:00 0:8
Tore 3. Drittel
Tor: Blumenschein; Assist: Inkpen 41:00 0:9
Tor: Litschke; Assist: Inkpen 44:00 0:10
1:10 46:00 Tor: Cary Cummins; Assist: Anton Hager
Tor: Blumenschein; Assists: Hoja, Inkpen 46:00 1:11
Tor: Wehrmann; Assist: Topolnisky 50:00 1:12
Verlängerung/Penaltyschießen
Spielzusammenfassung
Teams ESG Kassel EHC Essen-West
Strafminuten 4 14
Schüsse
Powerplay
Penalty Killing
Schiedsrichter
Assistenten
Zuschauer 1054

Spielbericht

Oppositionsfronde gegen ESG-Trainer Frycer

Kassel. Die Schlußsirene nahm er gleichsam im Trance-Zustand wahr. Mit versteinerter Miene flüchtete Jaromir Frycer in die Kabine. Das war zuviel für ihn, für seine Nerven. „Schrecklich, schrecklich!“ stammelte der Tschechoslowake. Das war die reine Provokation, das war, so Frycer, „eine Schande“, denn: „So ein Debakel hat immer der Trainer zu verantworten.“ 1:12 (0:3, 0:5, 1:4) gegen den EHC Essen-West – die ESG Kassel blamierte sich am Freitagabend gründlich.

Eine Torheit, sich solchermaßen an den eigenen Interessen zu versündigen. Denn wer von den 1054 Zuschauern soll denn wieder in die Eishalle pilgern, wenn in einer Woche die Abstiegsrunde Konzentration der Mannschaft wie Rückhalt durch die Fans verlangt?

Anti-Werbung durch Leistungsverweigerung! Der unzumutbare Auftritt der ESG-Cracks hatte seinen realen, peinlichen Hintergrund, der den Klub-Verantwortlichen nur scheibchenweise zu entlocken war. Am Tage vor dem Match hatte sich unter mehreren Spielern eine oppositionelle Fronde gegen Trainer Frycer gebildet. „Dieses Problem“, fordert der bisher ebenso korrekte wie ehrgeizige ESG-Coach, „muß umgehend vom Tisch, sonst hat meine Arbeit keinen Sinn mehr. Ein zweites Mal möchte ich mir eine solche Situation ersparen.“

Am Dienstagabend in der Mannschaftssitzung soll Klartext gesprochen werden. Vom Vorstand hat Frycer volle Rückendeckung, eine erfreulich konsequente Haltung. „Der Trainer bleibt auf jeden Fall“, erklärte Fritz Lipphardt, der kommissarische Vorsitzende, kategorisch am Freitagabend. „Wer die Kameradschaft vor die Hunde gehen lassen, wer nicht mehr mitziehen will, kann gehen. Sofort!“, richtete Lipphardt eine unmißverständliche Warnung an die Adresse der Frondeure.

Notfalls geht die ESG mit reduziertem Kader in die Abstiegsrunde. In Gesprächen mit der Klubleitung hat Trainer Frycer zu erkennen gegeben, daß auch unter diesen veränderten Voraussetzungen das sportliche Ziel dieser Saison zu schaffen sein müßte. Denn den Klassenerhalt hat der Kasseler Zweitbundesligist nach wie vor im Auge. Fritz Lipphardt: „Wir wollen auch in der nächsten Saison in der zweiten Bundesliga spielen.“

Torfolge: 0:1 (1.) Spry (Hardy), 0:2 (7.) Blumenschein (Hardy/Inkpen), 0:3 (10.) Hardy (Blumenschein/Benda), 0:4 (30.) Litschke (Inkpen/McNeil), 0:5 (34.) Litschke (McNeil/Inkpen), 0:6 (35.) McNeil (Spry), 0:7 (39.) Litschke (Benda), 0:8 (40.) Hoja, 0:9 (41.) Blumenschein (Inkpen), 0:10 (44.) Litschke (Inkpen), 1:10 (46.) Cummins (Hager), 1:11 (46.) Blumenschein (Hoja/Inkpen), 1:12 (50.) Wehrmann (Topolnisky).

Strafminuten: ESG 4 – Essen 14.

Ulrich Fuhrmann

Quelle: HNA

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