Hans Detsch
Hans Fabian "Hooligan" Detsch wurde am 20.05.1994 in Landsberg am Lech, Deutschland geboren und spielte von 2021 bis 2026 im Team der Kassel Huskies.
| Hans Detsch | |||
|---|---|---|---|
Quelle: JMD | |||
| Geburtsdatum | 20.05.1994 | ||
| Geburtsort | Landsberg am Lech, Deutschland | ||
| Spitzname | Hooligan | ||
| Größe | 186cm | ||
| Gewicht | 94kg | ||
| Position | Stürmer | ||
| Nummer | #89 | ||
| Schusshand | links | ||
| Letzter Verein | ERC Ingolstadt | ||
| Spielzeiten in Kassel | |||
|---|---|---|---|
| Jahrgang | Sp. (T/A) | Str. | Liga |
| 2021-2022 | 55 (12/20) | 32 | |
| 2022-2023 | 47 (6/10) | 35 | |
| 2023-2024 | 65 (6/7) | 70 | |
| 2024-2025 | 53 (3/7) | 54 | |
| 2025-2026 | 55 (0/17) | 37 | |
| 2021-2026 | 275 (27/61) | 228 | |
Karriereverlauf
Hans Detschs Karriere begann im Alter von drei Jahren beim EV Landsberg, wo er erste Schlittschuhversuche unternahm. Der ESV Kaufbeuren wurde ab 2008 zur zentralen Ausbildungsstätte: In der Saison 2008/2009 erzielte er in der Schüler-Bundesliga U16 beeindruckende 61 Punkte (24 Tore, 37 Assists) in 22 Spielen. Diese frühe Offensivstärke setzte sich in der DNL-Jugendliga fort, wo er 2011/2012 mit 38 Punkten in 30 Spielen auf sich aufmerksam machte.
Sein DEL2-Debüt gab Detsch 2012/13 beim ESV Kaufbeuren mit 13 Punkten in 44 Spielen.Die Saison 2013/14 markierte den Durchbruch: 21 Punkte in 50 Hauptrundenspielen, ergänzt durch 5 Punkte in 17 Relegationsspielen. Hierbei kreuzte Detsch auch erstmals mit den Kassel Huskies die Klingen. Diese Leistungen ebneten den Weg zum Wechsel in die DEL zu den Augsburger Panthern 2014, wo er allerdings zunächst nur sporadisch eingesetzt wurde.
Bei den Panthern pendelte Detsch zwischen DEL-Kader und DEL2-Einsätzen bei den Ravensburg Towerstars.
2019 folgte der Wechsel zum ERC Ingolstadt. Auch bei den Schanzern spielte Detsch eine physische, offensiv jedoch deutlich limitierte Rolle.
Kassel Huskies
Im Sommer 2021 folgte schließlich der Wechsel zu den Kassel Huskies in die DEL2. Hier hat er sich insbesondere für seine physische Präsenz auf dem Eis sowie seine Führungsqualitäten einen Ruf gemacht. Technisch limitiert, geht Detsch keinem Zweikampf aus dem Weg - Eigenschaften, die ihm in den Sommern 2022, 2023 und 2024 Vertragsverlängerungen einbrachten.
Berichte
Hans Detsch zum Karriereende: „Ich hätte gern noch einen Zahn verloren“
Der Hooligan, so sein Spitzname, geht in Eishockey-Rente. Fünf Jahre lang spielte Hans Detsch für die Kassel Huskies, wurde von den Fans für seinen Einsatz geliebt. Nach der abgelaufenen Saison hat Detsch seine Karriere als aktiver Profi beendet. Wir haben ihn zum Interview getroffen.
Die vergangenen Tage war viel los. Finalniederlage gegen die Krefeld Pinguine, Abschlussgespräche, die Verkündung Ihres Karriereendes. Konnten Sie das alles überhaupt schon verarbeiten?
Nein, denn es ist sehr viel eingeprasselt. So richtig Zeit, über all das nachzudenken, hatte ich noch nicht. Wir waren mit den Jungs noch einmal unterwegs, haben einen Trip nach Mallorca unternommen. Da waren viele aus der Mannschaft mit dabei. Das zeigt auch, was wir in der abgelaufenen Saison für ein Team waren. Die Krefelder haben wir dort auch getroffen, aber die haben wir weggeschickt (lacht). Durch mein Karriereende ist es für mich natürlich doppelt bitter, dass wir das Finale gegen sie nicht für uns entscheiden konnten. Die Chance, als Spieler Meister zu werden, wird es für mich nie wieder geben. Ich glaube, meiner Familie, Mama, Papa, allen zuhause, geht es aktuell noch mehr zu Herzen, dass ich aufhöre. Das macht mich dann auch ein wenig traurig. Ich denke, ich selbst kann damit ganz gut umgehen und mache das eher mit mir alleine aus. Jetzt genieße ich erst einmal ein paar Tage Ruhe und freue mich auf das, was da so kommt.
Warum beenden Sie Ihre Karriere?
Der Verein und ich haben schon länger darüber gesprochen. Ich denke, ich habe eine gute Saison gespielt als Verteidiger, auch in den Playoffs. Ich weiß, dass ich nicht hätte aufhören müssen, ich hätte auch woanders hingehen können. Da wäre mir auch kein Stein in den Weg gelegt worden, das wäre für jeden in Ordnung gewesen. Aber so ist es für mich nun ein passender und schöner Abschluss.
Sie werden Ende Mai erst 32 Jahre alt. Sie hätten also sicher noch eine Zeit lang spielen können, oder?
Absolut. Ich fühle mich fit, habe kaum Verletzungen in meiner Laufbahn gehabt.
Hätten Sie denn grundsätzlich gern weiter für die Huskies gespielt?
Ich sage es mal so: Wer möchte schon aufhören? Ich hätte natürlich am liebsten bis 50 Eishockey gespielt, gern auch hier. Aber jetzt hat es gepasst. Der Klub und ich haben uns letztlich beidseitig darüber verständigt, dass die aktive Zeit in Kassel vorbei ist. Ich wollte kein anderes Trikot mehr tragen. Deswegen kam ein Wechsel für mich nicht infrage und es ist vorbei.
Typen wie Sie sind rar, Sie werden in der Mannschaft eine Lücke hinterlassen. Was wird fehlen, wenn Hans Detsch nicht mehr zum Team gehört?
Ich hätte der Mannschaft sicher noch helfen können. Ich habe zu allen Spielern immer einen sehr engen Draht gepflegt. Ich bin aber nicht aus der Welt, werde häufiger in der Halle sein. Ben Stadler wird mich hier schon noch häufiger sehen, vor allem im Gym (lacht). So werde ich versuchen, noch etwas Input hineinzugeben. Wenn der Klub Hilfe benötigt, helfe ich immer gerne. Rein sportlich hätte ich das sicher auch in der kommenden Saison gekonnt. Und trotzdem denke ich, dass die Huskies auch ohne mich ein sehr gutes Team aufs Eis stellen werden.
Sie sind nicht nur für die Huskies aufgelaufen. Wie blicken Sie auf Ihre Karriere zurück?
Ich bin sehr stolz darauf, für welche Klubs ich gespielt und welche Menschen ich dort getroffen habe. Ich habe so viele Nachrichten bekommen. So viele Leute haben sich bei mir gemeldet, die ich während meiner Karriere kennenlernen durfte. Damit habe ich gar nicht gerechnet. Das war wirklich schön zu sehen, ein tolles Gefühl. Dem ESV Kaufbeuren bin ich unendlich dankbar, dort war ich lange im Nachwuchs und habe es in den Profibereich geschafft. Der Klub hat mir die Chance gegeben, mich zu beweisen. In Ravensburg habe ich als junger Spieler viele Schritte nach vorn gemacht. In Augsburg hatte ich eine tolle Zeit, das waren eigentlich nur erfolgreiche Jahre. In Ingolstadt ebenso. In Kassel haben wir auch immer oben mitgespielt. Ich bin glücklich darüber, dass ich in meiner Karriere positiven wie negativen Stress erlebt habe. Klar hätte ich zum Abschluss gern noch eine Meisterschaft mit den Huskies geholt. Aber die werde ich dann irgendwann von den Rängen aus feiern.
Sie sind der Hooligan, haben manche Dinge auf dem Eis auch gerne mal mit Ihren Fäusten geregelt. Wer hat denn aus Ihrer Sicht das größte Potenzial, der nächste Hooligan in Kassel zu werden?
Die Hooligan-Rufe haben mir immer einen zusätzlichen Push gegeben. Hunter Garlent hat mich bereits gefragt, ob ich das endlich mal verkünden kann, dass er der neue Hooligan ist. Das ist ihm schon sehr wichtig (lacht). Er hat immer von den Bash Brothers bei den Mighty Ducks erzählt, das sind wir (lacht). Allerdings glaube ich, er sollte da nicht in meine Fußstapfen treten. Das wäre nichts für ihn. Deshalb wähle ich Ben Stadler, der ist jung und entwicklungsfähig. Aber Spaß beiseite. Ich denke, wir hatten immer eine physisch starke Mannschaft. Auch ein Darren Mieszkowski kann sich verteidigen. Mal sehen, wer noch kommt. Aber womöglich braucht man einen solchen Typen wie mich auch gar nicht mehr.
Sie sind gebürtiger Bayer und wollten unbedingt weiter in Kassel leben. Warum eigentlich?
Das stimmt, das ist schon verrückt als Bayer. Aber meine Familie und ich haben uns hier von Anfang an wohlgefühlt. Wir wohnen in Vellmar, das ist eine schöne Gegend. Ich mag die Leute und habe das Gefühl, die Leute hier mögen auch mich. Rudi (Detschs Sohn, Anm. d. Red.) geht jetzt hier zur Schule und hat seine Freunde gefunden. Da möchte ich ihn auch nicht mehr herausreißen. Dazu hat es im Klub mit allen aus dem Management sofort funktioniert.
Sie haben schon angedeutet, dass es für Sie im Nachwuchsbereich der Huskies weitergehen wird.
Da wird es wohl eine Aufgabe für mich geben, ja. Ich freue mich darauf. Ich glaube, das passt zu mir. Details haben wir aber noch nicht besprochen.
Abschließend: Eishockey ist ein harter Sport. Sie haben immer hart gespielt und waren hin und wieder auch mal lädiert. Ist Ihre Familie womöglich doch ganz froh, dass es jetzt vorbei ist?
Gut möglich. Aber ab und zu braucht man auch mal ein Wehwehchen. Mich regt es ein bisschen auf, dass ich während meiner Laufbahn keinen Zahn verloren habe. Das gehört in einer Eishockeykarriere eigentlich dazu. Wobei so ganz stimmt das nicht. Ich habe einen Backenzahn verloren, aber den sieht man ja nicht. Das interessiert keinen. Ich finde, es ist immer ganz cool, wenn die Lücke sichtbar ist. Ich hätte gern noch einen Zahn verloren (lacht).
Quelle: HNA
Trivia
- Erzielte beim Heimspiel gegen Freiburg am 20.12.2024 einen "Gordie Howe Hattrick" aus Tor, Assist und Fight.
- Gewinner der Greg Evtushevski-Trophäe für den Preis zum Fanliebling 2023/2024.
Zitate
- „Mit Freiburg gibt es immer mal Trashtalk. Die haben Spieler, die nerven dich einfach. Große Klappe, aber es kommt nichts zurück. Das betrifft auch die Bank. Wäre der Schiedsrichter nicht gekommen, hätte ich mir den Pokorny auch noch gepackt“ (Nach seinem Gordie Howe-Hattrick im strafenrichen Spiel gegen den EHC Freiburg im Dezember 2024 - Quelle: HNA )
Profilbilder
Galerie
Bekannte Mitspieler
Anmerkung: In der folgenden Tabelle sind einige bekannte Spieler aufgeführt, mit denen Hans Detsch bereits in Nordamerika und anderen europäischen Vereinen in einem Team zusammengespielt hatte. Die Spalte "Verein" bezieht sich dabei auf das gemeinsame Team in der jeweiligen Saison, während in der letzten Spalte aufgelistet wird, durch welchen Umstand oder welche Mannschaft der jeweilige Spieler in Deutschland bekannt wurde. Diese Tabelle kann natürlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben sondern soll nur ein kleiner Ausschnitt an interessanten Weggefährten sein.
| Name | Verein | Saison | bekannt durch |
|---|---|---|---|
| Andy Reiss | Augsburger Panther | 2014-2015 | Hannover Scorpions, Kassel, Augsburg, Wolfsburg |
| Daniel Weiß | Augsburger Panther | 2014-2015 | Berlin, Nürnberg, Augsburg, Bietigheim, Kassel |
| Markus Keller | Augsburger Panther | 2014-2015 | Augsburg, Kassel, Berlin |
| Fabio Carciola | Augsburger Panther / Ravensburg Towerstars | 2014-2015 | Mannheim, DEG Metro Stars, Ravensburg, Kassel, Heilbronn |
| Alex Leavitt | Ravensburg Towerstars | 2014-2015 | Kassel, Ravensburg |
| Derek Dinger | Augsburger Panther | 2015-2016 | Kassel, Augsburg, Ingolstadt, DEG Metro Stars, Schwenningen |
| Thomas Holzmann | Augsburger Panther | 2015-2016 | Augsburg, München, Iserlohn, Kassel, Hamburg |
| Tyler Gron | Ravensburg Towerstars | 2015-2016 | Bayreuth, Kassel, Crimmitschau, Heilbronn, Frankfurt |
| Adriano Carciola | Ravensburg Towerstars | 2016-2017 | Kassel, Heilbronn, Ravensburg |
| Jimmy Hertel | Ravensburg Towerstars | 2016-2017 | Freiburg, Bad Tölz, Bietigheim, Frankfurt, Kassel |
| Philipp Schlager | Ravensburg Towerstars | 2016-2017 | Bad Tölz, Schwenningen, Kassel, Mannheim, Ravensburg |
| Sören Sturm | Ravensburg Towerstars | 2016-2017 | Ravensburg, München, Straubing, Köln, Kassel |
| Vincenz Mayer | Ravensburg Towerstars | 2016-2017 | Ravensburg, Wolfsburg, Kassel |
| Daniel Schmölz | Augsburger Panther | 2017-2018 | Nürnberg, Augsburg, Ingolstadt, Schwenningen, Kassel |
| Jamie Arniel | Augsburger Panther | 2018-2019 | Berlin, Kassel, Bad Nauheim, Augsburg |
| John Rogl | Augsburger Panther | 2018-2019 | Augsburg, Landshut, SC Riessersee, Kassel, Kaufbeuren |
| Colin Smith | ERC Ingolstadt | 2019-2020 | Crimmitschau, Berlin, Köln, Ingolstadt, Kassel |
| Mike Collins | ERC Ingolstadt | 2019-2020 | Ingolstadt, Krefeld, Kassel |
| Simon Schütz | ERC Ingolstadt | 2019-2020 | Kaufbeuren, Ingolstadt, Kassel |
| Steven Seigo | ERC Ingolstadt | 2019-2020 | Kassel, Straubing, Ingolstadt |
Statistik
- Hans Detsch bei eliteprospects.com