Di. 02.12.1997 - 20:00 Uhr HC Vítkovice - Kassel Huskies 3:4 (1:1/0:2/2:1)

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HC Vítkovice - Kassel Huskies 3:4 (1:1/0:2/2:1)

Versöhnlicher Abschluß in Ostrava

300 Kasseler Fans tanzten nach dem 4:3-Sieg der Huskies in Ostrava beim HC Vitkovice zum Abschied aus der Europaliga eine Polonaise.

Das Abenteuer Europaliga ist für die Kassel Huskies beendet. Mit einem 4:3 (l:l, 2:0, 1:2)-Sieg in Ostrava im Spiel gegen den HC Vitkovice, den Tabellenzweiten der tschechischen Liga, verabschiedeten sich die Schlittenhunde aus dem erlauchten Kreis der europäischen Spitzeneishockeyteams und kehren in die Niederungen der DEL zurück. Im ersten Drittel wirkte Vitkovice druckvoller und hatte gegen die teilweise konfuse Kasseler Hintermannschaft gute Torchancen. Völlig überraschend und zu diesem Zeitpunkt recht glücklich fiel dann aber in der zwölften Minute der Führungstreffer für die Huskies durch Bo Svanberg, der ein Zuspiel von Boos verwertete. Fast postwendend glichen die Tschechen bereits zwei Minuten später durch Zerbajev zum l:l aus. Ihren schwächer werdenden Gegner dominierten die Huskies im zweiten Drittel, nachdem sie die Handbremse losgemacht hatten, klar. Folgerichtig fiel das Führungstor zum 2:1 (36.). Brian Loney mogelte aus Linksaußenposition die Scheibe in den gegnerischen Kasten. Kurz darauf erhöhte Greg Johnston per Schlagschuß auf 3:1. Ein munteres Toreschießen entwickelte sich im Schlußdrittel. Zerbajev brachte Vitkovice in der 41. Minute auf 2:3 heran, Ramoser (50.) stellte den alten Abstand wieder her und der Tscheche Kumstat (53.) besorgte den Endstand. 300 Kasseler Fans feierten ihr Team und tanzten eine ausgelassene Polonaise mit den einheimischen Anhängern. Jeff McLean bekommt bei den Huskies eine weitere vierwöchige Bewährungsfrist. Nach der Vorrunde wird man entscheiden, ob der Linksaußen längerfristig gebunden werden soll.

"Das sind wir den Fans schuldig"

Nach dem 4:3 in Vitkovice in ihrem letzten Spiel in der Eishockey-Europaliga richtet sich das Augenmerk der Kassel Huskies nun voll und ganz auf die DEL.

Die Erschöpfung war den Eishockeyspielern der Kassel Huskies anzumerken, als der Airbus A319 aus Ostrava gestern um 5.15 Uhr in Paderborn gelandet war. Hinter den Schlittenhunden lag eine siebzehnstündige Pflichtreise zur letzten Partie in der Europaliga (EHL). "Wir haben ein gutes Spiel gesehen, wenn man bedenkt, daß es für beide Teams schwer war, sich zu motivieren", zog Huskies-Coach Bill Lochead nach dem 4:3-Erfolg gegen Vitkovice, der den Kasselern den dritten Platz in der Gruppe A sicherte, eine positive Bilanz. Mit seinen Gedanken war er aber schon längst bei der nächsten Aufgabe in der DEL. "Ich habe keine Angst, daß uns der Trip nach Ostrava zuviel Kraft gekostet hat", glaubt Lochead, daß seine Mannen bis zum Spiel am Freitag in Köln wieder die nötige Power finden. Die müssen die Schlittenhunde auch haben, wollen sie mit einer Siegesserie noch den Sprung auf den achten Tabellenplatz schaffen. "Das Spiel in der EHL ist anders als in der DEL. Dort herrscht ein kanadischer Stil, während in der Europaliga ein technisches Spiel möglich ist", faßte Bruce Eakin die Lehren aus den sechs Partien auf der "Husky-Euro-Tour" zusammen. Diese Art der Spielweise scheint den Huskies immer noch zu liegen. Vor 4340 Zuschauern in der Arena des HC Vitkovice entwickelte sich ein munteres Spielchen, in dem die Gastgeber bis zur Führung der Huskies durch Svanberg in der zwölften Minute sechs gute Möglichkeiten besaßen. Zerbajev war es dann, der in der 14. Minute zum Ausgleich traf. Im zweiten Drittel beherrschten die Gäste Puck und Gegner und gingen durch Treffer von Loney (36.) und Johnston (39.) mit 3:1 in Führung. Wiederum Cerbajev, der mit Prokopjev und Moravec den Paradesturm des HC bildet, besorgte das 2:3 (41.), ehe sich die Husky-Fans aufmachten. Mit einer Polonaise feierten die rund 300 mitgereisten Anhänger den Ausstand aus der EHL. "Solche Fans wie in Kassel habe ich noch nie erlebt", war Bruce Eakin begeistert und nahm sich und seine Mannschaftskameraden in die Pflicht. "Ich hoffe, daß wir bald wieder Erfolg haben werden, das sind wir den Fans schuldig. Zumindest gegen Vitkovice gab es, nachdem Ramoser zum 2:4 (50.) getroffen und Kumstat den 3:4-Endstand besorgt hatte (53.), für die Huskies-Fans einen Sieg zu bejubeln.

Tore:

0:1 (11:20) Svanberg1 (Geddes, Boos)
1:1 (13:13) Cerbajev (Moravec, Prokopjev)
1:2 (35:32) Loney
1:3 (38:25) Johnston (Öhman) 5-4
2:3 (40:56) Cerbajev (Prokopjev)
2:4 (49:43) Ramoser (Johnston)
3:4 (52:08) Kumstat (Prokopjev)

Zuschauer: 4.340

Schiedsrichter: Moschen (Italien)
Linienrichter: S. Barvir, J. Brazdil (Tschechien)