So. 16.10.2011 - 18:30 Uhr Kassel Huskies - EHC Dortmund 5:4 n.P. (0:2/2:0/2:2/0:0/1:0)

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Statistik

Kassel Huskies vs. EHC Dortmund 5:4 n.P. (0:2/2:0/2:2/0:0/1:0)
Oberliga West - 06. Spieltag - 16.10.2011 - 18.30 Uhr - Eissporthalle Kassel
Tore 1. Drittel
Tore 2. Drittel
28:05 Tor:Alexander Heinrich, Assists:Jiri Mikesz, Petr Sikora
39:30 Tor:Alexander Heinrich, Assists:Petr Sikora, Sven Valenti
Tore 3. Drittel
47:40 Tor:Sven Valenti, Assists:Manuel Klinge, Stéphane Robitaille (PP1)58:59 Tor:Michael Christ, Assists:Manuel Klinge, Petr Sikora
Verlängerung/Penaltyschießen
65:00 Tor:Michael Christ (PS)
Spielzusammenfassung
Teams Kassel Huskies EHC Dortmund
Strafminuten 24 16
Schüsse 40 40
Powerplay 1-8 0-7
Penalty Killing 100% 87,5%
Schiedsrichter Roland Seckler
Assistenten
Zuschauer 4.169


Spielbericht

Huskies gewinnen dramatisches Topspiel

Nach dem hart erkämpften 3:0-Sieg bei den Preußen Krefeld am vergangenen Freitag standen die Vorzeichen für die heutige Partie auf „Spitzenspiel“. Zum ersten Top-Duell vor heimischem Publikum empfingen die Huskies heute den Tabellenführer, den EHC Dortmund. Die "Elche" hatten im bisherigen Saisonverlauf lediglich eine Niederlage einstecken müssen und kamen mit dementsprechend breiter Brust nach Kassel gereist.

Zusätzlich mussten die Huskies auf die Dienste von Stürmer Artjom Kostyrev verzichten. Der Deutschrusse hatte sich beim Sieg in Krefeld im Gesicht verletzt und konnte seinen Kollegen somit nicht helfen.

Die Dortmunder starteten stark in die Partie. Begünstigt durch eine Strafe von Alex Heinrich fanden die Westfalen schnell in ihren Rhythmus und konnten den ersten Minuten ihren Stempel aufdrücken. So dauerte es auch nicht lange, bis die zahlreich mitgereisten Dortmunder Fans das erste Mal jubeln durften. Dieter Orendorz erkämpfte sich hinter dem Huskies-Tor die Scheibe, brachte den Puck schnell vors Tor, wo Manuel Neumann dann ungehindert seinen eigenen Rebound über die Fanghand von Fous zum 0:1 setzen konnte. Bis zu diesem Zeitpunkt in der 5. Spielminute hatten die Huskies noch nicht ein einziges Mal auf den Kasten von Benjamin Finkenrath geschossen. Erst als Manuel Klinge in der 7. Minute vom Bully weg frei zum Schuss kam, konnte sich auch der Dortmunder Keeper auszeichnen. Diese Szene und ein anschließendes Powerplay brachten die Huskies besser in die Partie, auch wenn sich die schnellen Dortmunder Stürmer immer wieder Chancen erarbeiteten. So auch in der 10. Spielminute,als Elch Sebastian Eickmann eine unachtsame Sekunde von Martin Fous ausnutzte, den Torhüter mit einem Fernschuss überraschte und auf 2:0 erhöhte. Obwohl die Huskies gerade im Powerplay immer wieder eigene Chancen erspielten, konnte vor Drittelende kein Anschlusstreffer mehr erzielt werden und da Sven Valenti 49 Sekunden vor der Pausensirene noch eine Strafe erhielt, mussten die Huskies das zweite Drittel in Unterzahl beginnen.

Gleichwohl die Dortmunder stark aus der Kabine kamen und in der 24. Spielminute den Außenpfosten trafen, brauchten die Huskies diesmal nicht sieben Minuten bis zu ihren ersten Torschuss. Spätestens als Dennis Schlicht in der 26. Minute für 2 Minuten auf die Strafbank musste, fanden die Huskies zu ihrem Spiel. Michi Christs Lattenkracher und Manuel Klinges Chance im Powerplay waren der Auftakt für ein tolles zweites Drittel. Wenig später war der Knoten dann endlich geplatzt. Alexander Heinrich brachte die Halle mit seinem Anschlusstor zum Toben. Jiri Mikesz hatte den Kasseler schön freigespielt und Heinrich verwandelte unhaltbar für Finkenrath über die Stockhand zum 1:2. Das Kasseler Publikum pushte die Mannschaft fortan immer wieder an den Ausgleich heran, doch Hauptschiedsrichter Seckler unterbrach mit seinen Pfiffen den aufkommenden Spielfluss auf beiden Seiten. Als dann kurz vor Ende des Drittels mit Julian Grund, Jiri Mikesz und Petr Sikora gleich drei Huskies auf der Strafbank Platz nehmen mussten, hatten die Elche ihrerseits die größten Chancen auf eine 3:1-Vorentscheidung. Das engagierte Spiel der Unterzahleinheit der Huskies und Martin Fous waren die Hauptgründe für Dortmunds Scheitern. Als mit Petr Sikora dann 35 Sekunden vor Ende des Drittels dann auch der letzte Husky von der Strafbank durfte, eröffnete sich den Huskies plötzlich eine unerwartete Konterchance. Sikora legte fein zurück auf Valenti, der hielt von der blauen Linie auf das Tor, Finkenrath konnte die Scheibe nicht festhalten und Alexander Heinrich staubte zum verdienten 2:2 nach zwei Dritteln ab.

Vom späten Ausgleich wenig beeindruckt kamen die Elche mit Wut im Bauch zurück auf die Eisfläche. Immer wieder brachte Christoph Koziol die Huskies-Defensive ins Wanken. Doch so einseitig wie noch im ersten Drittel ging es jetzt nicht mehr zu. Auf der Gegenseite prüfte vor allem die erste Reihe um Kapitän Klinge Benjamin Finkenrath. In der 46. Minute durchbrachen die Elche die Gleichheit. Semen Glusanok fälschte auf dem Eis liegend einen Schuss von Christoph Koziol unglücklich ins eigene Tor ab und sorgte somit dafür, dass die Huskies erneut einem Rückstand hinterher laufen mussten. Doch die Antwort der Huskies ließ nicht lange auf sich warten. In einem eigentlich nicht besonders gefährlich wirkenden Powerplay spielte Manuel Klinge einen scharfen Querpass vor das Dortmunder Tor und Sven Valenti, der von der blauen Linie aufgerückt war, vollendete mit einem Schlagschuss über Finkenraths Fanghand. Während die Partie immer intensiver wurde, die Zweikämpfe härter und die Emotionen höher kochten, rückten die beiden Torhüter immer mehr in den Fokus. Als Martin Fous in der 51. Minute mit einer Parade der Kategorie „Save des Tages“ gegen den heranstürmenden Michael Schmerda rettete, war spätestens klar, dass der Patzer zum 0:2 nur ein Ausrutscher des Kasseler Zerberus gewesen war. Auf der Gegenseite parierte Finkenrath Schuss um Schuss der Huskies und konnte sich in der 55. Spielminute auf das Glück des Tüchtigen verlassen, als Alex Heinrich nur den Pfosten traf.

Der vermeintlichen Todesstoß kam dann 70 Sekunden vor Schluss: Abermals war Christoph Koziol über die linke Seite an Semen Glusanok vorbeigezogen, hatte sich die Scheibe vor dem Tor auf die Rückhand gelegt und überwand den chancenlosen Fous. Stille in der Halle – war aller Aufwand und die tolle Emotion umsonst? Coach Jamie Bartman richtete seine Schützlinge in einer Auszeit wieder auf und setzte alles auf eine Karte: Die Kasseler Paradereihe um Kapitän Klinge bekam genauste Anweisungen vom Chef-Husky und setzte diese gehorsam um. Martin Sikora gewann – wie so oft – das Anspiel, Manuel Klinge durchschnitt mit einem klugen Pass die Dortmunder Deckung und Michi Christ vollendete nur neun Sekunden nach der Dortmunder Führung zum vielumjubelten Ausgleich! – die Emotionen fahren Achterbahn; die Eissporthalle ein Tollhaus. Spätestens jetzt hatte die Partie alles was ein Spitzenspiel ausmacht und so war es auch nicht weiter verwunderlich, dass beide Teams die reguläre Spielzeit im Remis beendeten. Die Dramatik der letzten Spielminuten setzte sich dann auch in der Verlängerung fort. Schiedsrichter Seckler schickte nur wenige Sekunden nach Wiederbeginn Semen Glusanok auf die Strafbank, so dass die Dortmunder nun die ultimative Chance auf die Entscheidung hatten, doch die Kasseler Defensive stand sicher wie die Bank von England. Aber auch die Huskies bekamen noch die Chance auf ein Powerplay im Overtime, jedoch schafften es Sven Valenti und Petr Sikora nicht, beste Chancen zu verwerten. So musste die Entscheidung nach 65 gespielten Minuten im Penaltyschießen gesucht werden. Das letzte Penaltyschießen vor heimischer Kulisse konnten die Huskies vor exakt drei Jahren gewinnen. Damals – am 16.10.2008 - schlugen die Huskies (ebenfalls nach einer furiosen Aufholjagd) die Hamburg Freezers mit 4:3 n.P.. Ein gutes Omen? Die ersten beiden Schützen beider Teams scheiterten jeweils am Torgestänge, oder am gegnerischen Torhüter. Erst Michi Christ, der dritte Kasseler Schütze, konnte Finkenrath überwinden – und als Martin Fous im Gegenzug Koziols Rückhandversuch abwehrte, war ein längst verloren geglaubtes Spiel doch noch gewonnen. Die Huskies feierten ausgelassen mit ihren Fans und ließen einen Abend ausklingen, den wohl kaum einer der Anwesenden so schnell vergessen dürfte.